Rede zum 1. Mai

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Schere zwischen gigantischem Reichtum auf der Erde einerseits und bitterer Armut andererseits geht immer weiter auseinander. So ist es ein Ergebnis der kapitalistischen Weltwirtschaftsordnung, dass mittlerweile nur 62 Superreiche soviel besitzen wie die ganze ärmere Hälfte der Erdbevölkerung und das sind immerhin 3,6 Milliarden Menschen. Das kann nicht gutgehen. Nach Angaben der UN leben derzeit 800 Millionen von weniger als 1,25 Dollar am Tag. Nur, um vernünftig und halbwegs menschenwürdig zu überleben, sind aber mindestens 5 Dollar notwendig. Wenn jetzt noch Kriege hinzukommen, die sehr häufig mit deutschen Waffen geführt werden, u.a. um die wichtigsten Rohstoffregionen sowie die Kontrolle über die Transportwege zu sichern und strategische Größe in der globalen Wirtschaft zu garantieren, dann können Menschen in ihrer Heimat nicht mehr bleiben, dann zwingen sie die gesellschaftlichen Verhältnisse zur Flucht, und das betrifft momentan weltweit nicht weniger als 62 Millionen, von denen ein kleiner Teil bislang nach Deutschland kam.
Aber das reichte, um die anfängliche Willkommenskultur in eine Kultur der Abschreckung und Abschottung umschlagen zu lassen. Rede zum 1. Mai weiterlesen