40 Jahre GEW – Interview mit Andreas Salomon

GEW: Wie bist du 1975 zur GEW gekommen?
Seit meinem Studienbeginn 1968 in Kiel bin ich politisch in linken Gruppen aktiv. 1971 ging ich nach Freiburg und schloss mich der KHG an, der Kommunistischen Hochschulgruppe des KBW. Eine Kandidatur zum Studentenparlament 1974 führte dazu, dass ich zu Anhörungen aufs Oberschulamt Karlsruhe geladen wurde und 1976 Berufsverbot erhielt. Ich trat 1975 der GEW in der Hoffnung auf Rechtsschutz bei, denn das Berufsverbot hing da bereits über mir.

GEW: Wie waren deine ersten Erfahrungen mit der GEW?
Damals gab es in den Gewerkschaften die Unvereinbarkeitsbeschlüsse, die darauf ausgerichtet waren, Mitglieder oder Gesinnungsgenossen bestimmter linker Organisationen gar nicht erst aufzunehmen bzw. auszuschließen. Der Kreisverband Rastatt, dem ich angehörte, unterzog mich einem strengen öffentlichen Verhör und strengte dann meinen Ausschluss an, der prompt vollzogen wurde – noch bevor ich das Berufsverbot erhielt. So waren mir die Möglichkeiten genommen, mich juristisch zu wehren. 40 Jahre GEW – Interview mit Andreas Salomon weiterlesen