Besuch des Landtags

Bericht über den Besuch des Landtags auf Einladung von MdL Maria Noichl am 10.12.2011

Bericht: Lothar Walter
Bilder : Helmut Pritschet

Hinter den Kulissen des Landtags

Jägerthemen, Mutterkuhhaltung, Ferkelkastration, Agrarsubventionen, Windkraftanlagen, dritte Startbahn – einige Stichworte aus dem umfangreichen Themenkatalog, mit der die Lehrergewerkschafter der GEW Rosenheim bei einer Führung durch das Maximilianeum, dem Bayerischen Landtag, auf Einladung der örtlichen Landtagsabgeordneten und „frisch gebackenen“ Jagdscheininhaberin Maria Noichl konfrontiert wurden.

Samstag in der Adventszeit, der Landtag ist verwaist, fünfzehn GEWler des Kreisverbandes Rosenheim der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlieren sich im leeren Landtagsgebäude. Aber dafür erhalten sie eine effiziente Führung und einen interessanten Blick hinter die Kulissen dieses Hohen Hauses. Maria Noichl erläutert die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten und Abläufe während der Plenarversammlungen. Im Plenarsaal nimmt sie zu allen Fragen aus der Lehrergruppe wie auch zu aktuellen Themen der bayerischen Landespolitik Stellung. Anders als vielleicht von den Teilnehmern der Lehrergewerkschaftsgruppe erwartet, spielt Bildungspolitik keine Rolle. Aber dafür erhalten die Rosenheimer GEWler nebenbei eine Quasi-Fortbildung in aktuelle agrarpolitische Themen – was allerdings nicht verwundert, ist MdL Noichl doch die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Ihr wurde als Landtagsneuling gleich dieses Amt angetragen, wofür die gelernte Hauswirtschaftsmeisterin nicht völlig fachfremd war. Mittlerweile hat sich Noichl zu einer Agrarexpertin entwickelt, die kompetent den Laien der Lehrergruppe einige agrarpolitische Zusammenhänge verständlich erklären konnte. Die SPD-Frontfrau sieht sich nicht als Lobbyistin der Landwirtschaft, sondern als Mittlerin zwischen den berechtigten Interessen der bäuerlichen Landwirtschaft und den Verbrauchern. Wie kann der seit Jahrzehnten beschrittene Entwicklungspfad des „Wachse oder weiche“ in der Landwirtschaft gestoppt und gesunde und vollwertige Lebensmittel für die Masse der Verbraucher erzeugt werden? Eine spezielle Schnittmenge und Zielgruppe der SPD seien, so Noichl, die Nebenerwerbslandwirte, die zugleich Arbeitnehmer und als solche an guten Verdienstmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen interessiert sind.

Wie hältst du´s mit der dritten Startbahn? Diese Gewissensfrage an eine SPD-Abgeordnete musste kommen, nachdem die bekannte Meinung des vorab designierten Kandidaten für den Ministerpräsidenten-Herausforderer seinen Schatten auf die Beschlusslage der SPD wirft und die SPD-Oberen Wahlchancen erhaltend möglichen Zündstoff am liebsten durch einstimmige Zustimmung erst gar nicht entstehen lassen möchten. Es gebe, so Maria Noichl, in der SPD keinen Fraktionszwang und sie habe ihre eindeutige Ablehnung der Flughafenerweiterung immer klar gemacht und werde auch künftig in allen Gremien dagegen stimmen.

Der intensive Meinungsaustausch wurde bei einem gemeinsamen Mittagessen fortgesetzt. GEW-Kreisvorsitzender Andreas Salomon dankte Maria Noichl für die Einladung und die Zeit, die sich für die Besuchergruppe genommen habe. Es sei gerade auch für Lehrer wichtig, die Orte der Politik konkret zu erfahren, um als Multiplikatoren besser auch der weit verbreiteten Politikerverdrossenheit und dem politischen Desinteresse entgegenzuwirken. Auch wenn Maria Noichl in ihrer Vor-MdL-Zeit als Hauswirtschaftslehrerin nicht der GEW, sondern dem Konkurrenzverband angehört habe, so sei er tief beeindruckt von der offenen Aussprache und der Fülle der Informationen. Auch nach drei Jahren im Landtag sei sie ein bodenständiges „Gewächs“ geblieben. Die Rosenheimer in Stadt und Land hätten mit dieser kompetenten und engagierten Volksvertreterin eine gute Wahl getroffen.

Weihnachtsfeier 2012

Bericht über die Weihnachtsfeier

Bericht Lothar Walter

Weihnachtsfeier der GEW Rosenheim

Alle Jahre treffen sich die Aktiven der GEW Rosenheim zum Jahresabschluss zu einem zwanglosen Beisammensein, konventionshalber Weihnachtsfeier geheißen, obwohl in diesem Kreis christliches Gedankengut eher keine Rolle spielt. Anders als in den Vorjahren, als die Treffen im Gasthaus „Milano zum Mareis“, Kolbermoor stattfanden, war heuer Veranstaltungsort das „Z – linkes Zentrum in Selbstverwaltung“ in Rosenheim, Innstraße, vormals die Buchhandlung Irrlicht. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt: Getränke vom „Z“ oder selbst mitgebracht, von den „Hausherren“ ein opulentes Vorspeisen-Büfett vom „Türken“ besorgt – so ergab sich ein gemütliche Runde in zwangloser Atmosphäre, ungestört von anderen Gästen. Bereichert wurde der Abend von zwei satirischen Beiträgen von Helmut Pritschet. Mittlerweile fast schon zur Tradition geworden bekam jedes Vorstandsmitgliesd für sein Engagement einen eigens gestalteten GEW-Kalender. „Auch diesbezüglich dürften wir einmalig in der GEW sein.“, so Salomon. Aber ganz ohne Formalie ging es nicht: Eröffnet wurde die Versammlung vom Kreisvorsitzenden Andreas Salomon mit einer kurzen Ansprache. Er dankte den Aktiven für ihre Mitarbeit, den „Hausherren“ Wolfgang Mende und Stefan Geuenich für die Vorbereitung dieser Feier und freute sich, dass ein für den Kreisverband schwieriges Jahr einen harmonischen Ausklang gefunden hatte, der zu einem vorsichtigen Optimismus für die weitere Zukunft der GEW Rosenheim berechtigt.

Jahreshauptversammlung der GEW Rosenheim

Relative Erfolge bei dünner Personaldecke

Die erste Mitgliedersammlung im noch neuen Jahr ist traditionell die Jahreshauptversamm-lung. Hier wird im Kreisverband Rosenheim der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Rückschau auf das abgelaufene Jahr gehalten und die Planung für das laufende aufgestellt. Die Chance für Weichenstellungen nutzten aber kaum mehr Mitglieder als die sonst Aktiven. Und bei den Anwesenden offenbare sich auch das Dilemma, wie Kreisvorsitzender Andreas Salomon zur Eröffnung feststellte: zu alt und männlich. Die Jahreshauptversammlung war durch die Versendung des Rechenschaftsberichts gut vorbereitet, so dass sich Salomon auf einige Höhepunkte und mündliche Ergänzungen zum Rechenschaftsbericht beschränkte, so dass wiederum mehr Zeit für die kritische Aussprache übrig blieb. Der Kreisverband verzeichne zwar einen langsamen, aber stetigen Mitgliederzuwachs, vornehmlich durch Eintritte, aber es gelinge nicht, mehr Aktive zu motivieren. Frauen und Kindergartenpersonal zählen nicht zu den Aktiven und so, bedauerte Salomon, seien sie auch nicht im Kreisvorstand vertreten. Sorgen bereiteten auch die sich abzeichnende Überalte- rung. Es sei bisher nicht gelungen, jüngere Mitglieder in die Vorstandsarbeit einzubinden. Glanzpunkte waren die Kabarettveranstaltung der PISAker mit 150 Zuschauern und die zwei Ausflüge, im Sommer nach Bergen in das Industriemuseum Maxhütte und im Herbst die zwei tägige Exkursion nach Nürnberg in die Stadt der NS-Reichsparteitage und der Nürnberger Prozesse. Salomon hob besonders die gute Vorbereitung durch seinen Stellvertreter Reiner Schober hervor, wie er sich auch bei Webmaster Helmut Pritschet für die Betreuung der GEW-Homepage und bei Kassier Toni Reil für die Kassenführung bedankte. Damit war das Stichwort für den Kassenbericht gefallen. Die Kassenlage sei prekär, aber nicht dramatisch, so Reil. Er verwies auf die strukturelle Unterfinanzierung der Kreis-GEW: Schon seit Jahren sind die Ausgaben höher als die Einnahmen. Allein die jährlich zehn Rundschreiben an die Mitglieder verschlängen den Beitragsanteil des Kreisverbands. Sparen bedeute aber weniger Aktivitäten, was in der Diskussion abgelehnt wurde. „Politische Maßnahmen des Kreisverbandes sind bisher noch nie am Geld gescheitert“, so Vorsitzender Salomon. Also vertrauten die versammelten Mitglieder wie bisher auf die Fähigkeit des Vorsitzenden, Zuschüsse von der Bezirks- und Landes-GEW „loszueisen“ und für einen ausgeglichenen Haushalt zu sorgen. In seinem Resümee hob Kreisvorsitzender Salomon den starken Zusammenhalt und die guten persönlichen Beziehungen im Vorstand und unter den Aktiven hervor, was ein nicht zu unterschätzender Motivationsfaktor für die Arbeit, Mühe und den Zeitaufwand sei. Auch als Dank verstanden, verteilte er am Schluss an die Anwesenden das mittlerweile fünfte Jahrbuch der GEW Rosenheim.