Flossenbürg

Text und Bilder der ersten zweitägigen Bildungsfahrt der GEW Rosenheim nach Flossenbürg Pressemitteilung: Lothar Walter Bilder: Helmut Prischet

Geschichtsstunde am Ort des Grauens

Besuch der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg

Zu einer Erkundungsfahrt nach Flossenbürg in der Oberpfalz machte sich eine Lehrergruppe der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft des Kreisverbandes Rosenheim unter Leitung des Kreisvorsitzenden Andreas Salomon auf den Weg. Gut vorbereitet durch seinen Stellvertreter Reiner Schober wurde die KZ-Gedenkstätte besichtigt.

Flossenbürg wurde 1938 von der SS als Standort für ein Konzentrationslager gewählt, um dort im Steinbruch Granit durch die Gefangenen abbauen zu lassen. Ab 1942 wurden die Häftlinge überwiegend im Flugzeugbau eingesetzt. Im April 1945 räumte die SS das Lager und trieb 15 000 Insassen auf Todesmärschen Richtung Süden. Bei der Befreiung durch US-Soldaten befanden sich noch 1 500 todkranke Menschen im Lager. Von den etwa 100 000 Häftlingen des KZ Flossenbürg und seiner Außenlager überlebten mehr als 30 000 den SS-Terror nicht.

Die KZ-Gedenkstätte ist eine der ältesten in Deutschland, bereits 1946/47 errichtet. Gleichwohl wurde der größte Teil des ehemaligen Lagergeländes Ende der 1950er Jahre verbaut. Nur wenige Gebäudeteile sind im Original erhalten, so auch der Hinrichtungsstätte von Pfarrer Dietrich Bonhoeffer.

Didaktisch hervorragend gestaltet mit ausgewählten knappen Texten und eindrucksvollen Bildern zur Lagergeschichte ist die Ausstellung in der ehemaligen Wäscherei. Für die ein-hunderttausend Besucher, auch viele Schulklassen, stellt sie eine Möglichkeit dar, das Grauen des SS-Terrors an Einzelschicksalen nach zu empfinden. Leider, so war sich die GEW-Lehrergruppe klar, ist dies für Rosenheimer Schulklassen kaum zu verwirklichen. Raum und Zeit seien zu große Hindernisse für eine Tagesexkursion. Und als Nebenbei-Ziel einer Abschlussklassenfahrt würde der Charakter und die Würde dieses geschichtsmächtigen Ortes absolut verfehlt.