Barlach-Ausstellung

Pressebericht über den Besuch der Barlach-Ausstellung am 14.3.2008 in der städtischen Galerie von Andreas Salomon

Gewerkschaft zeigt großes Interesse an Barlach und Kollwitz

Schon seit Jahren beschäftigt sich der Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft mit der Zeit des Nationalsozialismus und begibt sich immer wieder auf Spurensuche nach den Opfern dieses Systems. So lag es nahe, Mitglieder und Freunde zu einem gemeinsamen Besuch der Ernst-Barlach-Ausstellung in der Rosenheimer Galerie einzuladen. Diese öffnete dafür freundlicherweise einmal extra abends ihre Pforten, sodass es möglich wurde, über 35 Kunstinteressierten die Ausstellung zugänglich zu machen.

Der Buchleser

Frau Dr. Frick gelang es, als überaus sachkundige Expertin, die Skulpturen und Bilder auf eindrucksvolle Weise den interessierten Erziehern, Sozialpädagogen und Lehrern nahezubringen. Anschaulich führte sie vor Augen, warum die Kunst Ernst Barlachs den Nazis missfiel und als entartet diffamiert wurde. Barlach zeigt nicht strahlende Heldenfiguren, die den Nazis gefielen, sondern stellt einfache Menschen aus dem alltäglichen Leben ins Zentrum seines Schaffens. Geprägt wurde er dabei sehr stark von seinen Erlebnissen und Beobachtungen während seiner Russlandreise 1906, als er den einfachen Menschen in seiner archaischen Gebundenheit an Gott, Natur und Welt erlebte.

Der Asket

Die Führung endete bei Barlachs berühmten „Schwebenden Engel“, der 1927 als Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Güstrower Dom aufgehängt und von den Nationalsozialisten 1937 als „entartet“ abgenommen und eingeschmolzen wurde. Zum Glück konnte kurz vorher noch ein Gipsabdruck genommen werden. Der Engel trägt die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz. Hochkarätige Zeichnungen dieser Mahnerin für Frieden und soziale Gerechtigkeit konnten ebenfalls in der Ausstellung besichtigt werden.

Mit lang anhaltendem Beifall bedankten sich die Gewerkschafter für die hervorragende Führung.