Wasserburg

Pressemitteilung von Lothar Waltererschienen im OB über die Stadtführung in Wasserburg am 27.4.2006

Mitgliederversammlung einmal anders

GEW Kreisverband in Wasserburg bei Stadtführung

Andere Wege im wörtlichen Sinne beschritt der Kreisverband Rosenheim der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf seiner Frühjahrsmitgliederversammlung. Treffpunkt war diesmal nicht das Hinterzimmer einer Wirtschaft oder der Kellersaal im Gewerkschaftshaus, sondern das Wasserburger Rathaus, wo dank der organisatorischen Vorbereitung von Thomas Kemme die Gruppe von Lehrern, Dozenten und Sozialpädagogen von Hans Josef Postler erwartet wurde. Angesagt war eine zweistündige Stadtführung, die dem pensionierten Ingenieur und Freizeit-Stadtführer bestens gelang. Postler verstand es treffend, die großen Linien der Stadtgeschichte und Architektur mit interessanten und nur Eingeweihten bekannten Details zu verknüpfen, so dass das Leben in der mittelalterlichen „Weltstadt“ schlaglichtartig in groben Umrissen vor dem geistigen Auge entstand.

Nach kurzweiligen zwei Stunden konnte Kreis-vorsitzender Andreas Salomon dem engagierten Stadtführer den herzlichen Dank der „Touristenschar“ aussprechen und zum zweiten Teil der Mitgliederversammlung überleiten, die im Nebenzimmer des Gasthauses „Zum Bären“ fortgesetzt wurde. Ein Schwerpunkt der Diskussion bildete die aus der täglichen Erfahrung gespeiste Kritik am dreigliedrigen Schul-system, welches entgegen ihrem Anspruch nicht die bestmögliche Förderung aller Schüler ist, stattdessen aber zu hohe Systemkosten verursache, z. B. fehlgeleitete Schülerkarrieren, Umwege und Warteschleifen. Die GEW habe zwar viele gute Vorstellungen, diese seien aber den Kollegien in den Schulen kaum bekannt – damit leitete Andreas Salomon zu einer Nachlese der Personalratswahlen ein. Bis auf einige positive Ausnahmen bei weiterführenden Schulen könne das Ergebnis für den Kreisverband nicht befriedigen. Im Volkschulbereich sei es nicht gelungen, einen Sitz für die GEW-Liste, die konsequent ohne kandidierende Rektoren antrat, zu erringen. Man werde sehen, so Salomon, was dabei herauskommt, wenn die Kollegen ihre Chefs zu ihren Personalvertretern wählen.