Kunstverein

Besuch der Ausstellung „stets gern für Sie beschäftigt“ am 1.12.2005 in Rosenheim Pressebericht von Lothar Walter

Zu einer Extra-Führung für die Mitglieder der GEW und weitere interessierte KollegInnen lud der Kreisverband Rosenheim in die Kunstausstellung „stets gern für Sie beschäftigt“ beim Kunstverein Rosenheim.

Willkommen geheißen wurden die Gewerkschafter von Iris Trübswetter. Dank ihrer sachkundigen und engagierten Erläuterungen hinterließ der Ausstellungsbesuch bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Die sechs bekennenden jüdischen KünstlerInnen beschäftigen sich mit dem Gedenken an die Judenvernichtung und welchen Stellenwert die Erinnerung daran hat oder haben sollte. Zu sehen und zu hören sind Bilder, Objekte, plastische Arbeiten, Dokumentationen und Videoinstallationen.

Die schwere Thematik erlaubt keinen schnellen Durchgang, verlangt nach ernsthafter Beschäftigung. Die Besucher der GEW-Gruppe nahmen sich diese Zeit und wurden dabei durch die dosierten Hinweise von Frau Trübswetter unterstützt, wofür Kreisvorsitzender Andreas Salomon dankte. Die Lehrergruppe erörterte naturgemäß auch die Frage, inwieweit diese Ausstellung für Schulklassen geeignet sei. Bei entsprechender Vorbereitung könnten durchaus Klassen ab der neunten oder zehnten Jahrgangsstufe die Ausstellung mit Gewinn besuchen.

Dabei zeigt die Ausstellung, neben dem erinnerungspolitischen Inhalt, die Vielfalt modernen Kunstschaffens jenseits traditioneller Sehgewohnheiten. Hierauf sich einzulassen kann allemal den geistigen Horizont weiten. In seinem Schlusswort stellte Kreisvorsitzender Salomon den gemeinsamen Besuch der Ausstellung in den Zusammenhang der langjährigen Beschäftigung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit innerhalb des GEW-Kreisverbandes. Er betonte, dass es keine Schlussstrich geben dürfe, dass sich aber die Form des Erinnerns wandeln müsse und werde. Hierzu trage diese Kunstausstellung in beeindruckender Weise bei.