Jahreshauptversammlung 2005

Pressemitteilung über die Jahreshauptversammlung am 17.2.2005
von Lothar Walter

Die GEW Rosenheim im Netz, gestiegene Aktivitäten bei stagnierender Mitgliederzahl, dabei Lichtblick durch jungen Nachwuchs – so präsentierte sich der Kreisverband Rosenheim der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf seiner Jahreshauptversammlung.

Zunächst hielt Kreisvorsitzender Andreas Salomon einen umfangreichen Rechenschaftsbericht über die vergangene zweijährige Amtsperiode. Viele Aktivitäten und Veranstaltungen zeugen von einem regen Kreisverband, der im Vergleich mit anderen oberbayerischen Kreisen recht gut dastehe. Besonders hob Salomon die gut besuchten Veranstaltungen zur PISA-Studie mit dem GEW-Landesvorsitzenden Schorsch Wiesmaier und zum Burnout-Syndrom hervor. Gewissermaßen überaktuell, dem Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ vorgreifend, waren die Veranstaltungen und Exkursionen nach München auf der Suche nach Spuren der NS-Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Gut angenommen, so Salomon, werde das Angebot, mit der GEW einmal pro Jahr eine schulische Einrichtung, als Alternative zur Regelschule, zu besichtigen. Dass auch die Geselligkeit im Kreisverband nicht zu kurz käme, beweisen die nun regelmäßigen Sommerausflüge und monatlichen Stammtische.

Mit einem weinenden und lachenden Auge wurde der Kulturreferent Helmut Pritschet geehrt. Weithin bedauert, gab er seinen Rückzug als „Zwangssatiriker aus Transvesting“ vulgo Tuntenhausen bekannt, um sich aber sogleich als Webmaster der GEW-Website einzuführen. Die Anwesenden dankten es ihm mit langem Applaus.

Wolfgang Orlowski ehrt Helmut Pritschet für die Erstellung der Homepage und heftet ihn den Orden „Vater des digital-lokalen GEWerkschaftsnetzes“ an die Brust

Helmut Seyfried berichtete über seine Arbeit im DGB-Regionsvorstand.

Kassier Toni Reil konnte einen ausgeglichenen Kassenstand vorweisen, trotz der gestiegenen ausgabenintensiven Aktivitäten. Allerdings sei nun, so Reil, eine Grenze erreicht; weitere Ausgabensteigerungen, z. B. für attraktive Referenten, seien nur bei höheren Mittelzuweisungen vom Landesverband zu finanzieren, und das, so auch der dringliche Appell von Andreas Salomon, setze mehr Mitglieder voraus. Leider stagniere die Mitgliederzahl, sie entspreche nicht den gestiegenen Aktivitäten.

Da kam der -im doppelten Sinne- jüngste Neuzugang im Kreisverband gerade recht: Michael Mende, bayerischer Studentensprecher gegen die Einführung von Studiengebühren, hielt ein eindrucksvolles Referat zur aktuellen hochschulpolitischen Lage. Studiengebühren seien ein wesentliches Element des Umbaus der Hochschule zu Ausbildungsstätten für marktfähiges Humankapital. Neben der sozial selektiven Funktion tragen sie zur weiteren Individualisierung und Privatisierung von Bildungschancen bei. Sie entsprängen demselben neoliberalen Gedankengut wie die Arbeitsmarktreformen nach den Vorschlägen der Hartz-Kommission. Mende beklagte als Begleiterscheinung die geplante Entmachtung der Hochschulgremien mit den Mitsprachemöglichkeiten für Studenten, Verwaltungspersonal und akademischen Mittelbau. Stattdessen bekämen Wirtschaftsvertreter übermäßigen Einfluss. Die Freiheit von Forschung und Lehre werde zugunsten einer einseitigen Ausrichtung an ökonomischen Interessen geopfert.

Die Wahlen bestätigten den bisherigen Vorstand: 1. Vorsitzender wird Andreas Salomon, seine Stellvertreter sind Wolfgang Orlowski und Rainer Schober, Kassier bleibt Toni Reil, für Kultur und Website verantwortlich zeichnet Helmut Pritschet, Schriftführer und Pressearbeit macht Lothar Walter, Vertreter beim DGB ist Helmut Seyfried. Neuzugang Michael Mende ist Vertreter der Jungen GEW Rosenheim.

Die neue Vorstandschaft