Rechenschaftsbericht über die Arbeit des Vorstandes der GEW, Kreis Rosenheim, für das Jahr 2005

Üblicherweise erstattet der Kreisvorsitzende der GEW alle zwei Jahre einen Rechenschafts-bericht, nämlich dann, wenn Neuwahlen anstehen und das ist bei uns erst wieder auf der Jahreshauptversammlung im Frühjahr 2007 der Fall. Dennoch erscheint es mir sinnvoll, jeweils ein Jahr mit einem entsprechenden Rückblick abzuschließen, zumal wenn es soviel an Aktivitäten gab wie bei uns. Ein solcher Rückblick ist auch zugleich Ansporn für das kommende Jahr, sich neuen Aufgaben zu stellen und sich nicht zurückzulehnen.

Das GEW – Jahr 2005 begann für mich mit einem Leserbrief zur Thematik des dreigliedrigen Schulsystems, dem ich in Deutschland „keine Zukunft“ zubilligte. Ich verwies auf die bei der PISA-Studie erfolgreichen nordischen Länder, die eine frühe Sortierung der Schüler nicht kennen. Weiterhin betonte ich, dass eine längere gemeinsame Schulzeit die Chancengleichheit erheblich fördern würde. Die unter den gegebenen Umständen in Bayern beschlossene Einschulung ab 5 bezeichnete ich als „pädagogischen Irrläufer“. Der Leserbrief erschien unter der Überschrift „Neue Bildungskonzepte“ im „Mangfall-Boten“ am 26. Januar.

Schon wenige Tage später setzte ich mich in einen weiteren Leserbrief im „OVB“ vom 29./ 30. Januar unter der Überschrift „Auseinandersetzung um Schulpolitik“ sorgfältig mit der beschlossenen Einschulung ab 5 auseinander. Ich kritisierte, dass inhaltliche Konzepte dafür in Deutschland nicht in ausreichendem Maße erarbeitet seien und lediglich ökonomische und politische Überlegungen hinter dieser Vorverlegung stünden. Man solle den Blick nach Finnland richten, wo ganz besonderer Wert gerade auf den Anfang der Bildungslaufbahn gelegt werde.

Am 30. Januar verschickte ich unseren 1. Rundbrief, in dem ich berichten durfte, dass unser Kreisverband dank der großen Arbeit unseres Vorstandsmitgliedes Helmut Pritschet nun über eine eigene Homepage verfügt. Dies ist zweifellos ein großer Schritt in die Zukunft, der uns ganz neue Möglichkeiten bietet, noch aktueller und intensiver als bisher unsere Mitglieder zu informieren und an interessierte Internet-Benutzer heranzutreten. Hier stellt sich der Vorstand (mit Bild) vor, werden Veranstaltungen bekanntgegeben (mit Stadtplan und eingezeichnetem Veranstaltungsort) und hier kann man sämtliche Leserbriefe und Presseberichte ungekürzt nachlesen. Inwieweit wir in Bayern zu den Vorreitern zählen, zeigt ein Blick auf andere Kreisverbände, von denen die wenigsten über so eine Einrichtung verfügen.

Mit demselben Rundbrief lud ich auch zur Jahreshauptversammlung am 17. Februar ein. Dort trug ich einen ausführlichen Rechenschaftsbericht für die Jahre 2003 und 2004 vor. In diesem Zeitraum gab es 15 Rundbriefe, 13 Veranstaltungen und 8 Leserbriefe wurden eröffentlicht. Anschließend fanden Neuwahlen für den Vorstand statt. Das Ergebnis lautete:

1. Vorsitzender Andreas Salomon
Stellvertreter Wolfgang Orlowski und Reiner Schober
Kassierer Toni Reil
Kulturreferent/Webmaster Helmut Pritschet
Pressereferent/SchriftführerLothar Walter
Vertreter Junge GEW Michael Mende
Vertreter im Regions- Vorstand des DGB Helmut Seifried
Vertreter im Kreis-Vorstand Lothar Walter

Anschließend hielt Michael Mende ein eindrucksvolles Referat über den Kampf gegen die Studiengebühren.

Ein Pressebericht von Lothar Walter erschien am 29. März im „OVB“ unter dem Titel „Aktivitäten weiter gesteigert.“

Am 19./20. Februar erschien im „OVB“ ein Leserbrief unseres Mitgliedes Eva Stilz unter der Überschrift „Auseinandersetzung um NPD-Sprüche“. Eva beklagt sich darüber, dass im sächsischen Landtag die NPD ein Forum habe zur Verbreitung ihrer Geschichtslügen und dass auch das „OVB“ immer wieder Leserbriefschreibern die Möglichkeit einräume geschichtsverfälschende Behauptungen aufzustellen.

Am 27. Februar geht dann mein 2. Rundbrief raus mit den Ergebnissen der Jahreshauptversammlung. Außerdem forderte ich noch dazu auf, neue Mitglieder zu werben, wofür es jeweils einen Büchergutschein in Höhe von 25 Euro gibt. Weiterhin erging die Einladung zu unser 2. Veranstaltung, dem gemeinsamen Besuch der Freien Waldorfschule Prien für den 11. März.

Am 8. März schrieb ich an die Mitglieder des Hauptvorstandes der GEW und erinnerte daran, dass ich vier Jahre zuvor, am 11. Februar 2001, an die Vorsitzende Eva-Maria Stange geschrieben hätte. Es ging um die seinerzeitigen Unvereinbarkeitsbeschlüsse und die poltische Rehabilitation der Betroffenen. In einem Antwortschreiben vom 22. März 2001 hatte sie angekündigt: „In der nächsten Beratung mit den Landesvorsitzenden werde ich dieses Anliegen auf die Tagesordnung setzen.“ Seitdem hatte ich nichts mehr aus Frankfurt gehört. Leider ist auch dieses Schreiben bis jetzt unbeantwortet geblieben.

Am 11. März fand dann der Besuch der Freien Waldorfschule Prien statt. Denn einmal im Jahr besucht besucht der Kreisverband eine pädagogische Einrichtung, die eine Alternative zur Regelschule darstellt. Da die GEW eine längere gemeinsame Beschulung aller Kinder fordert, lag es nahe mit der Waldorfschule eine Einrichtung zu besuchen, in der die Schüler 12 Jahre gemeinsam zur Schule gehen. Der Besuch war sehr beeindruckend und bot viel Stoff zur Diskussion. Der Pressebericht über diese Veranstaltung erschien unter der Überschrift „Gemeinsam, angstfrei Lernen“ im „OVB“ vom 12. Mai.

Am 16. März trat ich mit Prof. Singer in Kontakt und lud ihn für eine Veranstaltung nach Rosenheim ein.

Am 17. März gab unser Jugendvertreter Michael Mende eine Presseerklärung heraus zum Thema: „Proteste gegen Studiengebühren und Schulgeld in München.“ Er fordert darin auf, an der landesweiten Demonstration in München unter dem Motto „Neoliberalismus bekämpfen – Studiengebühren und Schulgeld verhindern“ teilzunehmen. Im „OVB“ erschien dazu ein Artikel am 18. März.

Ebenfalls am 18. März schrieb ich einen Leserbrief, mit dem ich auf eine Studie reagierte, die behauptete, dass 80% aller Lehrer „eigenbrötlerisch“ und an Elternkontakten nicht interessiert seien. Dieser erschien unter der Überschrift „Kontakt mit Eltern erwünscht“ am 2./3. April im „OVB“. Ich wies darin auf die hohe Belastung der Lehrer hin, die vielleicht Ursache dafür sein könnte, dass sich manche Lehrer Eltern gegenüber reserviert zeigten, unterstrich aber, dass gerade wegen der zahlreichen Probleme, mit denen sich Lehrer auseinandersetzen müssten, sie in der Regel gerade besonders an einer Zusammenarbeit mit Eltern interessiert seien.

Am 25 März schrieb ich an den Vorsitzenden des BLLV im Landkreis Rosenheim Herrn Rektor Walbert und schlug ihm in manchen Fragen eine Zusammenarbeit beider Lehrerverbände vor. So schrieb ich: „So führen wir immer wieder Veranstaltungen durch, die bestimmt auch die Mitglieder des BLLV interessieren. Und umgekehrt wird es sicher ähnlich sein. Vielleicht wäre es möglich, dass wir jeweils unsere Mitglieder darauf hinweisen.“ Als Anfang einer Zusammenarbeit schlug ich ihm vor, seine Mitglieder zu unserer Singer-Veranstaltung im April einzuladen. Leider hat Herr Walbert auf mein Schreiben nicht reagiert – nicht einmal mit einer Absage.

Am 29. März kam dann mein 3. Rundbrief mit der Einladung für die Veranstaltung mit Prof. Dr. Singer heraus. Wir hatten uns auf das Thema geeinigt: „Lehrer-Sein: Bin ich mit meinem Beruf zufrieden? Ermutigung zur Selbstwahrnehmung und Selbständerung.“ Diese Veranstaltung fand am 21. April in Rosenheim statt, und zwar erstmalig in der Rosenheimer Stadthalle, sprich im Kuko, also Rosenheims erster Adresse. Um die erheblichen Kosten decken zu können, bat ich den GEW- Bezirk Oberbayern um einen Zuschuss von 200 Euro, der uns auch gewährt wurde und bat die Stadt, sprich Herrn Keneder, um Unterstützung, der uns mit 50 Euro unter die Arme griff.

Prof. Singer ging in seinem Referat auf Fragen ein wie: Bin ich als Lehrer so, wie ich sein möchte? Bin ich der Lehrer, den ich mir als Schüler gewünscht hätte? Diesen und zahlreiche andere Fragen ging Prof. Singer in seiner gewohnt ruhigen und nachdenklichen Art nach und schlug wie erwartet wieder die Zuhörer in seinen Bann. Über den Referenten sagte ich in meiner Begrüßungsansprache: „Prof. Singer eröffnet seine Homepage mit der Feststellung und Forderung: „Kinder brauchen eine humane Schule.“ Und er formuliert weiter: „In ihr können sie ihre persönliche Leistungsfähigkeit und ihre ganze Person entwickeln.“ Er tritt ein für die Würde des Schülers und fordert dazu auf, mehr Demokratie in der Schule zu wagen.“

Der Pressebericht unseres Pressereferenten Lothar Walter erschien am 30. Mai im „OVB“ unter der Überschrift „Sisyphos `Schutzpatron`der Lehrer. Professor Dr. Kurt Singer sprach bei der GEW Rosenheim“. Das „OVB“ räumte für den Artikel fünf Spalten ein.

Nun war es inzwischen Sommer geworden und damit die Möglichkeit gegeben für Exkursionen. Am 7. Juni schrieb ich den 4. Rundbrief und lud ein zur 2. GEW – Radl -Tour rund um den Chiemsee, die am Sonntag den 26. Juni tatsächlich unter Mitnahme der GEW-Fahne stattfand. Im „Echo“ vom 17. August hieß es darüber: „Bevor es losgehen konnte, mußte am Startpunkt in Prien diskutiert werden, ob die Tour rechts- oder linksherum gefahren werden sollte.“

Weil das Fahrradfahren so viel Spaß gemacht hatte, rief ich im 5. Rundbrief vom 6. Juli erneut zu einer Tour auf, der 3. GEW – Radl – Tour. Diese fand am Samstag, den 16. Juli statt und war eine politische Veranstaltung, denn wir wollten mit ihr an die zum Kriegsende ermordeten Pfarrer Grimm und Lehrer Hangl in Götting erinnern. Reiner Schober hatte diese Veranstaltung organisiert und erläuterte den Anwesenden, was sich damals zugetragen hatte. Wie immer hatte er sich hervorragend vorbereitet und konnte in beeindruckender Weise uns in das Geschehen der letzten Kriegstage versetzen.

Der Bericht von Lothar Walter erschien unter der Überschrift „Radltour in die Zeitgeschichte“ am 22. August im „OVB“.

Am 8. Juli war ich in München auf einer Sitzung des Bezirksausschusses und hatte die undankbare Aufgabe, dort das 4-seitige Protokoll zu schreiben. Hier wurde unter anderem bereits auf die Personalratswahlen hingewiesen, die in der Zeit vom 8. – 10. Mai 2006 stattfinden. Der Kreisverband Rosenheim hatte zu diesem Zeitpunkt 115 Mitglieder, wir mussten also eine leichte Abnahme von unserem bisherigen Gipfel von 122 hinnehmen.

Am 30./31. Juli erschien im „OVB“ ein Leserbrief unseres Mitgliedes Eva Stilz unter der Überschrift „Schlechte Noten für Schneider“. Sie beklagt darin, dass in keinem Bundesland der Schulerfolg so abhängig vom Geldbeutel ist wie in Bayern und kritisiert das gigantische Sparprogramm für die Kinderbetreuungseinrichtungen.

In der gleichen Ausgabe der „OVB“ erschien auch von mir ein Leserbrief mit der Überschrift: „Büchergeld keine Lösung“. Wieder einmal treffe es mit den Sparmaßnahmen Familien mit Kindern, obwohl alle Politiker gerne betonen, diese Familien entlasten zu wollen.

Am 27./28. August wurde dann von mir ein weiterer Leserbrief im „OVB“ unter der Überschrift veröffentlicht: „Schüler werden verwirrt“, in dem ich mich mit dem Hickhack um die neue Rechtschreibung auseinandersetzte.

Der 6. Rundbrief erschien dann am 2. Oktober mit einer Einladung zu einem Treffen mit unseren Wasserburger Kollegen. Thomas Kemme traf sämtliche Vorbereitungen. Leider musste das Treffen kurzfristig abgesagt werden, weil zu viele Rosenheimer Kollegen verhindert waren, so dass wir es auf das Frühjahr 2006 verschoben haben. Wir freuen uns auf eine Stadtführung durch Wasserburg.

Meine Presseerklärung zum Büchergeld vom 2. Oktober wurde leider vom „OVB“ nicht gedruckt.

Am 15. Oktober war ich in Bad Reichenhall auf der 2. Ordentlichen Regionsdelegiertenkonferenz Südost-Oberbayern des DGB, auf der der Regionsvorsitzende Günter Zellner wiedergewählt wurde. Für diese Versammlung war ich in die Mandatsprüfungs- und Wahlkommission berufen worden.

Unser 7. Rundbrief vom 8. November lud ein zum gemeinsamen Besuch einer Ausstellung des Rosenheimer Kunstvereins: „Stets gern für Sie beschäftigt“. Diese Berliner Ausstellung dient dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Die zu dieser Ausstellung eingeladenen Künstlerinnen und Künstler fragen in ihren Arbeiten auch nach Schuld und Verantwortung des Einzelnen, nach Verdrängungsstrategien, Sühne und Versöhnungsmöglichkeiten. Es führte uns Iris Trübsvetter, die Vorsitzende des Kunstvereins.

Über unseren Besuch vom 1. Dezember berichtete das „OVB“ am 7. Dezember unter der Überschrift „GEW-Kreis beim Kunstverein“.

Am 7.12. ging dann der letzte und 8. Rundbrief dieses Jahres heraus, in dem ich die traurige Nachricht vom Tode Beppo Bergmeisters mitteilen musste, der viele Jahre für die GEW im Personalrat gesessen war und der unser aller Freund war. Wir haben für Beppo eine Anzeige aufgegeben und Blumen ans Grab gelegt. Beppo hat über Jahrzehnte unsere Arbeit begleitet und war ziemlich bei allen Veranstaltungen dabei. Wir werden ihn nicht vergessen.

Mit gleichem Rundbrief habe ich auch eingeladen zu unserer ersten Veranstaltung im Jahr 2006. Die Historikerin Veronika Diem wird über ihre Magisterarbeit referieren: „Fremdarbeit in Oberbayern. Zwangsarbeit in Rosenheim und Kolbermoor“ am Dienstag, den 17. Januar um 19 Uhr in Rosenheim in der „Historischen Weinlände“.

Meine letzten GEW-Aktivitäten im alten Jahr bestanden in zwei Schreiben zu den Themen Unvereinbarkeitsbeschlüsse und Berufsverbote, die an den Bundesvorsitzenden Ulrich Thöne und den Hauptvorstand der GEW in Frankfurt gerichtet waren. Ich bitte darin meine Schreiben aus den Jahren 2001 (!) bzw. 2002 (!) zu beantworten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, abschließend bleibt mir nur noch Dank zu sagen an alle, die diese aufgezeigte Arbeit mit mir zusammen geleistet haben. Wir sind ein hervorragendes Team, das sich freundschaftlich verbunden ist und in dem jeder einzelne seine Arbeit optimal gestaltet. Im 1. Rundbrief des neuen Jahres habe ich die Arbeit aller meiner Mitstreiter im Einzelnen gewürdigt.

Ich wünsche mir, dass wir alle weiterhin so zusammen arbeiten. Und dazu wünsche ich uns allen die nötige Gesundheit und die Freude, an der Gestaltung der Arbeit des GEW-Kreisvorstandes mitzuwirken.